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Häufige Fehler

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Wenn es nicht klappt - woran kann es liegen?

Wenn Sie die vorstehenden Informationen gründlich gelesen haben, kommt Ihnen vielleicht der Gedanke, dass Sie seit langem mit diesem oder jenem Medikament behandelt werden - das Ihnen Ihr Arzt wärmstens empfohlen hat - und doch immer noch unter schweren Migräneattacken leiden. Es gibt eine Vielzahl von Pannen, die in der Therapie von Kopfschmerzen auftreten können – sowohl von seiten des Arztes als auch durch der Patienten. Sie finden im Folgenden eine Liste von möglichen Fehlerquellen. Bitte betrachten Sie diese möglichst ehrlich und vorurteilsfrei. Wenn Sie feststellen, dass Sie selbst Fehler gemacht haben, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen. Wenn Sie bemerken, dass die Schwierigkeiten bei Ihrem Arzt liegen, sollten Sie dies mit ihm besprechen oder sich einen anderen, in der speziellen Schmerztherapie erfahren Arzt empfehlen lassen. Halten Sie sich bitte immer vor Augen: Eine Migräne, die sich überhaupt nicht bessern lässt, gibt es so gut wie nicht. Und hier nun die häufgsten Fehlerquellen:

  • Es handelt sich um eine andere Form von Kopfschmerzen. Das kann in einer mangelnden Analyse begründet sein, aber auch an Fehlinformationen, die Sie Ihrem Arzt gegeben haben.
  • Der Patient ist mangelhaft über mögliche Auslöser aufgeklärt oder der Patient hat zu wenig Informationen aus seiner Selbstbeobachtung beigetragen (Migränekalender).
  • Unrealistische Ziele wurden nicht korrgigiert: Ein „Wundermedikament“ oder „Wundermethoden“, die alle Migräneprobleme lösen, sind bisher leider nicht bekannt. Das passive Hinlegen zur Akupunktur allein funktioniert nicht. Das „es hat nichts gebracht“ deutet auf einen fehlerhaftes Migränekonzept hin: nicht „es“ kann etwas bringen, der Patient selbst muss umfassend zur Besserung beitragen. Der Patient muss selbst Verantwortung für seine Erkrankung übernehmen und die Behandlung nicht allein dem Arzt überlassen. Dazu gehört auch, den Alltag bewusst so zu gestalten, dass die Auftretenswahrscheinlichkeit der Migräne möglichst reduziert wird.
  • Nicht ausgeschöpfte Möglichkeiten der Migräneprophylaxe: Die Migräneprophylaxe dient der Reduktion von Medikamenten zur Attackenkupierung. Werden diese Möglichkeiten nicht ausgeschöpft, wird die Gefahr eines medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerzes und anderer Nebenwirkungen erhöht.
  • Mangelnde Reizabschirmung: Patienten sollten sich in eine reizabgeschirmte Situation (dunkler lärmgeschützter Raum) bringen, und sie sollten sich entspannen statt weiter zu arbeiten. Bei Nichtbeachtung ist ein erhöhter Medikamentenbedarf die Folge. Zusätzlich kann sich der Wirkeffekt der Medikamente nicht voll entfalten.
  • Zu späte Einnahme der Medikamente.
  • Falsche Darreichungsform: Die Gabe von Acetylsalicylsäure in Tablettenform zum Beispiel führt zu einer unsicheren Resorption, insbesondere, wenn die Tabletten nicht mit ausreichend Flüssigkeit (mindestens 250 ml) eingenommen werden. Deshalb ist die Anwendung als Brauselösung unbedingt vorzuziehen. Ist die Migräne von Erbrechen begleitet, können über den Magen verabreichte Substanzen nur unzureichend aufgenommen werden.
  • Unterdosierung: Die Einnahme von 500 mg Paracetamol oder 500 mg Acetylsalicylsäure reichen zur Beendigung von Migräneattacken in der Regel nicht aus.
  • Akute Überdosierung: Die übermäßige Einnahme von Medikamenten kann selbst zu Erbrechen und Übelkeit führen.
  • Chronische Überdosierung: Die Daueranwendung von Medikamenten zur Migränekupierung kann zum medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz führen.
  • Gabe von Kombinationspräparaten oder Einnahme von mehreren Medikamenten: Die kombinierte Einnahme von verschiedenen Substanzen potenziert die Gefahr eines medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerzes.
  • Nichtaufklärung über den Einnahmemodus: Die Patienten müssen auf die Gabe von Metoclopramid am Anfang und die eine Viertelstunde später zu erfolgende Einnahme von Schmerzmitteln hingewiesen werden.
  • Einnahme von Sumatriptan via Glaxopen während der Auraphase: Dadurch kann die entstehende Kopfschmerzphase der Migräneattacke nicht verhindert werden.
  • Keine weitere Therapie bei Wiederkehrkopfschmerzen: Je wirksamer ein Medikament in der Migränekupierung ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung eines Wiederkehrkopfschmerzes. Bei den Triptanen beträgt diese Wahrscheinlichkeit ca. 30 Prozent. Die Patienten müssen auf diese häufige Situation hingewiesen werden und Verhaltensmaßnahmen für diese Situation genannt bekommen.
  • Nichtwirksame Medikamente: Immer noch werden bei der Migräne nicht ausreichend wirksame Substanzen angewandt. Dies gilt insbesondere für Gabe von Opioiden und anderen psychotropen Substanzen.
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